Ich spreche Jedem das Recht ab, über aktuelle Musik zu schimpfen, sei es Helene Fischer, Justin Bieber oder Mumble Rap, der nicht vorweisen kann, daß er im letzten Vierteljahr ein paar Konzerte in lokalen Clubs oder Jugendhäusern besucht und dort Tonträger erstanden hat.
Die gute neue Musik ist da, sie ist da draußen, nur die meisten Schnarchnasen gehen nicht hin, kaufen lieber Re-Issues und streamen Brian Adams-Playlists.
Auf Facebook gibt es für mich 100 Herzchen und Däumchen, wenn ich mal ein professionelles Bild von mir poste, es gibt Diskussionsthreads über meine neuen Leggins, aber wenn ich die Aktivitäten von Kollegen teile, ist das Netz leider ausgestorben.
Liegt das jetzt am Algorithmus oder an meinem beschissenen Musikgeschmack, oder doch daran, daß Viele lieber die Musik nochmal und nochmal hören, die lief, als sie nach Ihrem ersten Korea die erste Abfuhr der unbekannten Gothic-Schönheit im Jugendhaus Fasanenhof bekamen?
Ich werde nicht aufgeben, ich mache weiter die Musik, an die ich glaube und, so ich davon erfahre, werde weiterhin Kollegen teilen und liken und besuchen und, for fuck’s sake, kaufen.
Pop-/Rockmusik wird immer besser, immer interessanter, entwickelt sich und, vor Allem, lebt!
Nur kriegen das Viele nicht mit, weil die Bands unbekannt sind und nicht auf Spotify beworben werden und das Konzert zu billig ist, um gut zu sein.
Was covern die denn so?

Originalton Sven Samson Geiger, der die gesamte Palette des Pop-Ruhmes von rostigem Nickel bis Mehrfachplatin kennt:

„Seit Sommer letzten Jahres betreue ich die Hausanlage des Kulturvereins Blaues Haus in Böblingen. Meine Erfahrungen und die des Kulturvereins sind, daß alle Abende, die von Coverbands bestritten werden, immer voll sind. 3 verschiedene Bands dieser Art spielen regelmässig. Andere Musik Veranstaltungen, wie Jazz oder auch eine Reihe namens Wohnzimmer BB, in der jungen Musiker/Bands aus der Gegend eine Plattform gegeben (wird), sind eher dürftig besucht. Ausnahmen nur wenn der oder die ihre Nase mal bei Voice Of Germany hatten. Dann kommen ein paar mehr. Wir bekommen regelmässig gute Besprechungen in der Presse ….soziale Medien …Plakate…Programmheft das Stadtweit ausliegt…alles da…..ich dachte, daß sei möglicherweise ein hausgemachtes Problem……is es aber nicht ! Es ist ein merkwürdig entwickeltes Konsumverhalten.“


Lasst es Euch gefallen, den Titel Rock’n Roll Rebel aberkannt zu bekommen, von jetzt an heisst ihr:
Papi und Mami.

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